Man kann Schamanismus sowohl als
eine Wissenschaft betrachten, der bestimmte Gesetzmäßigkeiten zu Grunde liegen,
als auch eine Lebensweise, deren Umsetzung durchaus mehr als ein Leben des
Lernens in Anspruch nehmen kann. Diese Lebensweise sollte nach und nach ins
Alltagsleben integriert werden.
In früheren Zeiten hatte der
Dorfschamane mehrere Aufgaben:
Mit Gesundheit ist nicht etwa
die Abwesenheit von Krankheit gemeint, sondern ein harmonisches Gleichgewicht
auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene. So fühlt sich der Mensch als
Individuum im sozio-kulturellen Umfeld wohl.
Man könnte es auch als auch Ruhen in der eigenen Mitte bezeichnen.
Der Schamane hat auf Grund
seines Verständnisses für Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten und seines
Wissens um das essentielle Wesen aller Dinge, die Fähigkeit, über die äußere
Natur die innere Natur des Menschen zu beeinflussen.
Er war in der Lage, das
harmonische Gleichgewicht wieder herzustellen, dort wo es sich verschoben hat.
Voraussetzung dafür ist es, sich
den äußeren Umwelteinflüssen anzupassen und das Dorfleben im Einklang mit dem
natürlichen Zyklus der Schöpfung zu gestalten.
Entstanden dennoch Probleme
durch eine Missachtung diesen natürlichen Zyklus, war es seine Aufgabe, sein
Volk wieder mit den Geistern der Natur auszusöhnen.
Dies vollbrachte er nicht
zuletzt durch die Herstellung einer Verbindung zu den Geistern der Ahnen und zu
verschiedenen Schutzwesenheiten (Verbündete).
Auch in der heutigen Zeit können
wir uns diese schamanischen Techniken zu Nutze machen um damit ein harmonisches
Gleichgewicht auf allen Ebenen (wieder)-herzustellen.
Schamanisces Heilen ist ein
Heilen mit Schwingungen und Informationen und findet immer ganzheitlich statt.
D.h. der Mensch wird als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. Diese
drei Bereiche bilden mit einander ein System, welches nicht getrennt von
einander behandelt werden kann. Sonder immer in der Bewusstheit, dass sie in direkter Beziehung zu einander stehen
und auf einander aufbauen. Nur so kann die Ganzheit erreicht werden, welche
unter Gesundheit zu verstehen ist..
Es gibt bestimmte
Gesetzmäßigkeiten, auf denen das schamanische Weltbild aufgebaut ist. Das
Begreifen dieser Gesetzmäßigkeiten ist unumgänglich, will man zu einer
schamanischen Lebensweise finden und Erfolg haben als schamanischer Heiler(in).
Diese sieben Prinzipien sind vor
allem grundlegend bei der Arbeit als schamanischer Heiler(in).
Alles ist Bewusstsein (Gott).
Gott ist hier nicht im konfessionellen Sinne gemeint, sondern als das Prinzip
der Schöpfung.
Alles was auf der Erde lebt, ist
ein Gesicht dieses großen Bewusstseins. Alles trägt den Geist der Schöpfung in
sich und wird davon beseelt. Diese Einheit wird in der Bibel als Paradies
bezeichnet. Der Fall aus dem Paradies wird eingeleitet durch die Erkenntnis der
Individualität. Man kann sich die Schöpfung als ein riesiges Meer des
Bewusstseins vorstellen. Aus diesem Meer heben wir bestimmte Aspekte heraus. –
Wir erheben sie zu Bewusstheit – und geben ihnen somit wesenhaften Charakter.
Ein Wesen ist alles, was uns in
diesem Augenblick, in dieser Situation und diesem Zusammenhang als „wesentlich“
(wichtig) erscheint.
Wirklichkeit –ist- alles, was
wirkt
Im besagten Meer des
Bewusstseins existiert alles Vorstellbare als Schwingung, bereit zur
Verwirklichung.
Wenden wir nun unsere
Aufmerksamkeit einer bestimmten Schwingung zu und benennen sie; so verleihen
wir dieser Schwingung Kraft und erhöhen ihre Chancen zur Verwirklichung. Je
mehr Aufmerksamkeit einer bestimmter Schwingung zu Teil wird, desto mehr
Substanz gewinnt sie, bis hin zur Manifestation in der Wirklichkeit.
Unsere Welt ist nur eine von
unendlich vielen existierenden Welten, die alle genau so real sind, wie die
unsere. Unsere Alltagswelt hat nur deshalb ihre Festigkeit und Struktur, weil
sie von 6 Milliarden Menschen auf die gleiche Art und Weise beschrieben wird.
Ein Teil unseres Bewusstseins ist ständig damit beschäftigt, unsere Welt zu
beschreiben. Wir erlernen diese Fertigkeit als Kleinkind und vervollkommnen sie
im Laufe der Zeit derart, dass sie irgend wann voll automatisch angewandt wird,
ohne dass wir unsere Aufmerksamkeit bewusst darauf ausrichten müssen. Würden
alle Menschen zu gleichen Zeit aufhören, Welt zu beschreiben, so würde diese in
sich zusammen fallen und aufhören zu existieren.
Als – Welt – bezeichnen
wir ein in sich logisch geschlossenes System.
Ein System besteht aus Strukturelementen;
- allen Dingen, die in ihr vorhanden sind -
einer Organisation, - wie
diese Strukturelemente zusammen arbeiten
und einer Resonanzfähigkeit
–die verbindende Kraft, die die Zusammenarbeit ermöglicht –
Eine Welt hat ganz bestimmt
Merkmale, Gesetzmäßigkeiten und Wahrzeichen, anhand derer sie erkannt werden
kann. So lernt ein Kleinkind allmählich zu unterscheiden, was zu unserer Welt
gehört und was nicht. Dabei hat ein baby noch ein völlig anderes
Wahrnehmungsvermögen und kann durchaus auch andere Welten und Wesenheiten
wahrnehmen. Erst ab dem zweiten Lebensjahr lernt ein Kind, Welt zu erkennen und
beschreiben und somit andere Realitäten aus zu schließen. Dies stellt
letztendlich eine starke Einschränkung des Wahrnehmungsvermögens dar.
In unserer Welt hat nur das
Platz, was für uns vorstellbar ist. D.h. was in unserer Bild- und Gedankenwelt
existiert. Dieses Repertoire wird in den ersten sieben Lebensjahren festgelegt.
In dieser Zeitspanne schreiben wir unser sogenanntes Lebensskript. Dieses
Lebensskript stellt unseren Plan dar, nach dem wir später unsere Wirklichkeit
gestalten und wird maßgeblich von der Erziehung bestimmt.
In diesem Lebensskript wird genau
festgelegt,
Alles was in diesem Lebensplan
nicht niedergeschrieben wird, existiert auch nicht in unserer Realität. Aus
diesem Grund sind diese ersten sieben Lebensjahre so prägend für den Verlauf
unseres späteren Lebens. Sie bestimmen weitgehend, welche
Entwicklungsmöglichkeiten wir haben, was uns erstrebenswert erscheint und welche
Rolle wir in dieser Welt einnehmen. Die einzige Möglichkeit, aus diesem
Gefängnis auszubrechen, ist eine Aufarbeitung und Neuschreibung diesen
Lebensskriptes.
Durch dieses Prinzip der
Weltbeschreibung wird auch die Bedeutung folgender Aussage besser verständlich:
- durch Deine Gedanken erschaffst Du Dir Deine Realität –
Jene Dinge und Ziele, denen wir
die meiste Aufmerksamkeit entgegen bringen, weil sie uns essentiell
(wesentlich) erscheinen, erhalten so wesenhafte Bedeutung und können sich in
unserer Welt manifestieren. Lässt man z.B. zwei Menschen für fünf Minuten
dieselbe Szene betrachten und bittet sie dann zu beschreiben, was sich ereignet
hat, wird man zwei völlig unterschiedliche Antworten erhalten. Jeder wird das
in den Vordergrund stellen, was auf Grund seiner Wahrnehmung von essentieller
Bedeutung ist, was also in seiner Welt einen vorrangigen Platz einnimmt.